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SBAR: Strukturierte Patientenübergabe in der Notaufnahme

May 10, 2016

Arbeitsbereiche im Hochrisikobereich bedürfen einer klaren, strukturierten und konsistenten Kommunikation, um Informationsverluste möglichst gering zu halten. In der Notaufnahme mit Phasen hohen Patientenaufkommens und ungeplanten Belastungsspitzen kann es durch Notfallsituationen oder zeitgleiche Patientenaufnahmen und -Verlegungen zu Kommunikationsunterbrechungen kommen. Informationstransfers unter Zeitdruck und ggf. Ablenkung (z.B. während des Anschlusses von Monitoring) kann zu Kommunikationsdefiziten führen. Eine strukturierte Patientenübergabe nach dem SBAR- Konzept (Empfehlungen der DGAI und WHO) hat in wissenschaftlichen Untersuchungen im industriellen und medizinischen Kontext zu einer Reduzierung von Fehlern geführt, unerwartete Todesfälle reduziert und die Patientensicherheit erhöht. Dies ist auch das Ziel dieses strukturierten Übergabeprotokolls für die Notaufnahme.

Die strukturierte Patientenübergabe soll bei allen Transfers von Information zu einem Patienten immer nach dem gleichen Schema, dem SBAR- Konzept erfolgen. Diese Schnittstellen sind die Entgegenahme eines Patienten vom Rettungsdienst/ Notarzt, bei Visitenvorstellungen, bei der Fall- Präsentation gegenüber Konsilarien oder der Radiologie, bei Schichtwechseln und Übergaben an die Station. Das SBAR- Konzept beinhaltet vier Kernpunkte zu einem Patienten: Seine aktuelle Situation, der Hintergrund zu der Situation (Background), die Diagnostik und Therapie (Assessment) und der weitere Plan (recommendations) zur Patientenversorgung.

 

S: Situation Name, Alter, Art der Präsentation in der Notaufnahme  (Selbstvorsteller/RTD/Notarzt), Leit-Symptom, Verdachtsdiagnose

 

 

B: Background

    (Hintergrund)

Anamnese (z.B. Unfallhergang), Befund der körperlichen Untersuchung, Vor- Medikation, Vor- Erkrankungen

 

 

A: Assessment    (Analysen und Behandlung) ABCD- Kriterien, Vitalparameter, technische Untersuchungen (wie Labor, EKG, Röntgen, Sono, CT etc.) sowie erfolgte Therapie, Eingriffe oder Maßnahmen (Medikation, Gips, Konsil etc.)

 

R: Recommendation  (Empfehlungen/ Plan) Plan zur Aufnahme/Entlassung, weitere Untersuchungen oder Konsile, therapeutischer Plan (med. Therapie, Elektrotherapie, CPAP etc.)

 

 

Allgemeine Regeln zur SBAR- Übergabe: Die Übergabe sollte in Anwesenheit aller beteiligten Personen erfolgen, um Wiederholungen zu vermeiden. Es sollte nur patientenspezifische, professionelle Kommunikation erfolgen („steriles Cockpit“, keine Privatgespräche, keine Unterbrechungen). Es spricht nur eine Person während der Übergabe. Der Anschluß an das Monitoring sollte bei stabilen Patienten erst nach der strukturierten Übergabe erfolgen (wie im Schockraum bei der Polytrauma- Übergabe). Kollegen sollten sich gegenseitig dazu anhalten, das Übergabe- Konzept einzuhalten (Gesprächsdisziplin).

 

Literatur:

Dossow V et al. DGAInfo: Strukturierte Patientenübergabe in der perioperativen Phase – Das SBAR- Konzept. Anästh Intensivmed 2016;57:88-90

Communication during patients hand-overs. WHO Patient Safety Solutions. Vol 1, solution 3/May 2007

Starmer AJ et al: Changes in medical errors after implementation of a handoff program. NEJM 2014;371:1803-12

De Meester K et al: SBAR improves nurse physician communication and reduces unexpected death: a pre and postintervention study. Resuscitation 2013;84:1192-6

Making a referral with Iain Beardsell @ St.Emlyn’s

 

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